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Sommer

Königstour – Royale Hochgefühle

18. Oktober 2016

Ich persönlich denke, ich lebe in einer der schönsten Regionen der Alpen. Genau das wollte ich meinem schwedischen Bekannten Andreas, der mich diesen Sommer besuchte, beweisen. Was wäre besser geeignet, als ihm bei einer Wanderung auf der Königstour, die unberührte Naturlandschaft aus einer anderen Perspektive zu zeigen?

 

Die Auswahl an Bergen in der Olympiaregion Seefeld ist groß (hättet ihr wahrscheinlich nicht gedacht 😉), weshalb ich mich schwer entscheiden konnte, welchen Gipfel wir als erstes erklimmen sollten. Für meinen schwedischen Freund Andreas, welcher nur wenig alpine Erfahrung hatte, wählte ich als Einstiegstour die perfekte Wanderung: die Königstour in Seefeld.

 

Gesagt getan, standen wir nach einer entspannten Gondelfahrt um die Mittagszeit am Seefelder Joch. Die Sonne schien und vereinzelte Wölkchen bildeten ein spannendes Farbenspiel zum tiefen Blau des Himmels. Für einen „Flachländer“ wie Andreas war der Ausblick vom Joch ein atemberaubendes Erlebnis. Mühelos wanderten wir den Grat entlang zur Seefelder Spitze. Nach dem obligatorischen Selfie ging es dann auch schon entlang der Schotterrinne weiter zum nächsten Grat.

„Nur mit alpiner Erfahrung“ sollte der letzte Anstieg in Angriff genommen werden. Mit entsprechender Vorsicht stiegen wir das felsige Gelände empor. Der rasche Höhengewinn ließ uns ordentlich nach Luft schnappen, aber zum Glück war das Gipfelkreuz in Sicht und die herrliche Aussicht belohnte uns für unsere Anstrengungen. Tief unter uns lagen die Ortschaften der Olympiaregion und in der Ferne konnte man auch das Nachbarland Deutschland erkennen.

Auf der Felsnase, direkt unter dem Kreuz, lehnten wir uns entspannt zurück und genossen unsere mitgebrachte Jause. Andreas war begeistert und auch ich werde wohl nie satt von diesem grandiosen Ausblick. Selbstzufrieden mit meiner Wahl der Tour – alpin und doch verhältnismäßig einfach – schloss ich die Augen und genoss den Moment. Plötzlich fiel mir ein, dass wir doch die letzte Gondel vom Härmelekopf zurück nach Seefeld nehmen wollten. Der Abstieg wäre doch etwas zu mühsam gewesen. Wenn es schon den Luxus einer Bergbahn gibt, warum ihn dann nicht nutzen?

 

Einen verwirrten Andreas im Schlepptau, der meinen hektischen Erklärungen von wegen „letzte Talfahrt und langer Abstieg“ nicht ganz folgen konnte, stiegen wir so rasch wie möglich zur Nördlinger Hütte ab. Von dort ging es im Laufschritt um den Berg herum zur Bahnstation. Keuchend schafften wir den letzten Aufstieg und kamen auf die Minute genau zur Gondel. Kaum waren wir eingestiegen, schlossen sich auch schon die Türen hinter uns und die Fahrt zurück ins Tal begann.

 

Ob ihrs glaubt oder nicht: die nächsten Tage unternahmen wir noch einige Wanderungen, aber Andreas fand diese – gerade wegen unserer beinahe heldenhaften Sprints den Berg hinab – eindeutig am besten, um nicht zu sagen königlich.

 

Weiterführender Link:
Seefelder Spitze

 

Foto: Lisa Krenkel

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