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Schluck der Prinzessinnen

24. Oktober 2016

Wer glaubt das Damen nicht dem Geschmack des Biers frönen, hat sich noch nicht den „Prinzessinnen-Schluck“ der Klosterbrauerei gegönnt. Der Aberglaube das „kühle Blonde“ wird nur von der Männerwelt verehrt, wird in der Mikrobrauerei in Seefeld vom Brau-Feinschmecker Köhle eines Besseren belehrt.

 

Denken wir an die Herstellung von Bier, assoziieren wir diesen Gedanken geschichtlich mit frommen und fleißigen Mönchen in braunen Kutten, welche die Braukunst in vollster Vollendung praktizieren. Es heißt, das Bierbrauen sei für die Mönche eine Form des Gebets. In der Mikrobrauerei des Klosterbräu scheint es jedoch nicht eine Art der Andacht, sondern vielmehr eine Form des experimentellen Genusses zu sein. Um der Frage nachzugehen, was sich hinter dem Prinzessinnen-Schluck und der Mikrobrauerei verbirgt, habe ich mich auf den Weg zum Brauer des Biergenusses, Herrn Friso Köhle gemacht, welcher mich in seinem Brau-Revier im Klosterbräu begrüßte.

 

Die Mikrobrauerei des Biergenusses

Ich war wenig überrascht, dass die Ableitung vom Wort „Mikrobrauerei“, eher klein bedeuten musste. Dass sich der Braubereich jedoch auf knappen 14 Quadratmetern verteilte, faszinierte mich. Als hätte Herr Köhle meine Gedanken gelesen, klärte er mich auf, dass eine Mikrobrauerei sich nicht auf die Größe der Brauerei selbst, sondern auf den jährlichen Ausstoß der produzierten Biermenge definiert. Wie viel kann eine Mikrobrauerei den überhaupt produzieren? Mit einem Grinsen im Gesicht erklärte Herr Köhle mir, dass er pro Bier-Sud an die 300 Liter Bier produzieren kann – für mich überwältigend. Noch mehr begeisterte mich, dass Herr Köhle erst seit knapp 3 Jahren als „Brewer“ (Deutsch: Brauer) arbeitet. Bereits 2015 wurde die Mikrobrauerei des Klosterbräu mit dem Feingeschmack von Herrn Köhle, vom Bierpapst Conrad Seidl, zur „Mikrobrauerei des Jahres 2015“ gewählt. Eine unglaubliche Auszeichnung für einen Newcomer der Bierszene.

Brauen aus Leidenschaft

Die Anlage der Mikrobrauerei ist nicht auf die Massenproduktion ausgelegt, sondern für die hauseigene Verwendung vorgesehen. Momentan werden 4 Stammsorten geführt: Märzen, Weizen, Pils, und das Dunkle. Saisonal wird zusätzlich auch immer ein spezielles Bier gebraut. Zur 500-Jahrfeier des Klosterbräu wurde beispielsweise ein Champagnerbier produziert. Die Entwicklung eines neuen Bieres, ist laut Friso Köhle, viel Kopfarbeit im Vorfeld: Farbe, Aromatik, Stammwürze, Alkoholgehalt – all dies muss vorab abgeschätzt und berechnet werden. Das Brauen selbst (bei 300 Liter pro Tag) benötigt eine Hauptgärung von 1 bis 1 ½ Wochen. Anschließend wir das Bier gelagert. Für die kommende Wintersaison ist ein India Pale Ale als saisonales Bier geplant, welches aus der britischen Biergattung entstammt und ein obergäriges Bier darstellt – man kann sich auf ein „gschmackiges“ Bierexperiment aus der Mikrobrauerei des Klosterbräu freuen!

 

Der legendäre „Prinzessinnen-Schluck“

Auf die Frage, was es mit dem Prinzessinnen Schluck auf sich hat, wurde von Herrn Köhle Licht ins Dunkle gebracht. Der Prinzessinnen-Schluck ist ein bernsteinfarbenes Malzbier, das sogenannte Bubis, welches in einem 1/8 Liter (0,125 l) Bierkrügerl (ein sehr kleines Krügerl 😋) serviert wird. Gedacht für uns feinen Damen, soll das kleine Krügerl auch uns Frauen die Bierwelt schluckweise näherbringen und wie sich zeigt, mit großem Erfolg. So lässt sich auch Frau zu einem Prinzessinnen-Schluck überreden. Aber Achtung: Das gefällige, malzbetonte, nicht zu stark gehopfte Bier, mit der leicht malzsüßliche Note – könnte dazu führen, dass Frau sich schlussendlich darin verliebt.

Ein Prinzessinnen-Schluck gefällig?

 

Weiterführender Link:
Bräukeller Klosterbräu

 

Bilder: Heidi Jehle/Klosterbräu

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