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Sommer

Paragleiten am frühen Morgen

18. Oktober 2016

Verrückt? Ja. Berg-verrückt. Was könnte es Schöneres geben, als hoch über den Dingen der aufgehenden Sonne zu applaudieren und zu beobachten, wie sich der Himmel in allen Rot- Orange- und Pinktönen verfärbt. Nach und nach der funkelnde Sternenhimmel dem erwachenden Tag Platz macht und schwebend ins Tal zu paragleiten.

 

Das ist eine Freiheit, wie ich sie selten im Leben fühle und die mir eine tiefe Ruhe, Befriedigung und Glücksmomente sondergleichen beschert. Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben?

 

1:00 Uhr morgens – der Start in den Tag ist sehr früh, aber kaum steigen wir im Schein unserer Stirnlampen den Berg hinauf, sind wir uns einig, dass sich die Mühen und Anstrengungen lohnen. Die friedliche Stille, die uns umgibt, wird nur durch unsere Atmung unterbrochen. Mit der Gleitschirm-Ausrüstung im Gebäck wandern wir auf das Seefelder Joch und weiter auf die Seefelder Spitze. Am Gipfel angekommen, suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen und kuscheln uns in die warmen Schlafsäcke.

Die Milchstraße glitzert im Nachthimmel. Wir lehnen uns zurück, beobachten den Sternenhimmel und schließen Wetten ab, wer mehr Satelliten und Sternschnuppen entdeckt. Die mächtigen Silhouetten der Berge zeichnen sich gegen den langsam heller werdenden Himmel ab. Links neben uns erstreckt sich das majestätische Karwendelgebirge, während sich auf der anderen Seite das Wettersteinmassiv erhebt. Die Sicht ist klar und von der Hohen Munde schweift mein Blick in Richtung Zugspitze.

 

Die ersten Sonnenstrahlen blitzen hinter den Bergen hervor und wir sind wie gebannt. Es ist für mich einer der schönsten Sonnenaufgänge, den ich in den Bergen miterleben durfte. Der Rundumblick von der Seefelder Spitze ist unbeschreiblich. Zart Rosa schimmern die Bergkuppen, von denen die Höchsten, in dieser klaren Nacht, zum ersten Mal in dieser Saison „angezuckert“ wurden.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Paragleiten

Der Flug mit dem Gleitschirm hinab ins Tal. Paragleiten ein Erlebnis für sich. Sorgfältig legen meine Freunde ihre Schirme aus. Als Passagier darf ich im Tandem mitfliegen. Der Wind ist perfekt und hebt uns sanft in die Lüfte. Die klare, frische Luft weckt unsere Lebensgeister und wir kreisen über Seefeld und dem Wildsee. Nach einem sanften Flug landen wir neben dem Golfplatz in der Wiese und erschrecken die ersten Hunde bei ihrem morgendlichen Spaziergang. Angekommen am Auto, ziehe ich mich rasch für die Arbeit um und mache mich auch schon auf den Weg ins Büro. Ein solcher Start in den Tag ist nicht nur unbezahlbar, sondern wahrscheinlich auch nicht mein letzter dieser Art.
Guten Morgen Olympiaregion Seefeld. Guten Morgen Welt.

 Weiterführender Link:
Nur fliegen ist schöner

 

Video/Bild: Volker Kleffmann, Klemens Weisleitner & Lisa Krenkel

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