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Weihnachten im Herzen – Arche herzensbrücken

21. Dezember 2016

Tag für Tag eröffnet mir die Olympiaregion neue Facetten und Perspektiven. Nicht nur eine Traumkulisse, die alle Sinne lockt, verzaubert mich, sondern auch die Herzlichkeit der Bewohner hier am Plateau: geballtes Wissen, Leben für und mit der Region, Einsatz jeden Tag aufs Neue, um diesen Lebens-t-raum zu schützen wie der Gründer des Vereins Arche herzensbrücken.

Jedes Jahr vor Weihnachten habe ich eine persönliche Mission: etwas Gutes tun – mein Dankeschön dafür, dass es mir so gut geht. Herz zeigen und teilen. Auf meinem Streifzug durch die Olympiaregion fällt mir ein Schild auf:

 

ARCHE herzensbrücken

Meine Neugier ist geweckt: wer steckt dahinter und was bedeutet das? Ein Anruf und schon ist ein „Interviewtermin“ fixiert mit dem Gründer Mag. Horst Szeli. In der Zwischenzeit lese ich die Broschüre „Ein Stück Normalität – für Familien mit schwer erkrankten Kindern“ und mir wird klar, wie viel Herz es für so ein Projekt braucht. In einem Vier-Sterne-Hotel eine Brücke zwischen „Wellness gesund“ und „Wellness eingeschränkt“ zu schlagen. Berührungsängste zu nehmen und das Bewusstsein zu erweitern – ein schmaler Grat.

 

Endlich ist es soweit: Bei einer Tasse Kaffee fängt Horst mir zu erzählen an. Über 20 Jahre arbeitete der gebürtige Niederösterreicher (Pottendorf im Bezirk Baden – 6.817 Einwohner) im Casino Seefeld und an seiner Trainer- und Coaching Ausbildung. Auf einer Autofahrt von Wien nach Innsbruck hörte er im Radio „Frühstück bei mir“ mit Pater Kai, Gründer des Sterntalerhofes – ein Hospiz für chronisch und unheilbare kranke Kinder im österreichischen südlichen Burgenland. Die Worte des Paters „Manchmal muss man etwas einfach tun, ohne zu wissen warum“ ließen Horst nicht mehr los.

Was würde er in seinem Leben für einen Handabdruck hinterlassen? Auf was würde er zurückschauen? Was bliebe von ihm übrig?  Plötzlich kam ihm „Ohne Wurzeln keine Flügel“ (eine Therapieform, die er gelernt hatte) in den Sinn. Horst wollte definitiv Wurzeln. Als ersten Schritt machte er eine Erwachsenen Ausbildung bei der Caritas. Dies reichte ihm aber nicht, denn sein Herz schlug für Kinder und Jugendliche. Um wirklich zu sehen, ob er es „konnte“, meldete er sich für ein 3-wöchiges Praktikum in Bad Grönenbach in Deutschland – leider gibt es in Österreich dafür noch keine Ausbildung –  in einem Kinderhospiz an. Diese Arbeit, wie ihm alle weissagten, war nicht nur geprägt von Leid, Tod, Trauer und Schmerz. Im Gegenteil, es kam weitaus mehr zurück, als er einsetzte. Tagtäglich wuchs seine persönliche Zufriedenheit und Erfüllung. Jetzt war endgültig klar, dass dies sein persönlicher Weg war.

 

2012 gründete er den Verein „Arche herzensbrücken“. Es hieß „vorstellig“ werden, Rechtliches klären, beim Land Tirol Förderungen anfragen. Ein Spießrutenlauf auf allen Seiten. Zusätzlich präsentierte er sein Projekt in Kliniken österreichweit. Ziel war es, möglichst viele Partner, Mitwirkende und Spenden zu gewinnen. Es war ein langer und teilweise steiniger Weg für die „Arche herzensbrücken“.

 

Im Sommer 2015 war es endlich soweit! Die ersten sieben Familien erlebten Urlaub „neu“ und auf jedes Mitglied konnte und wurde professionell und liebevoll eingegangen. Helfer, Ärzte, eine Krankenschwester, die ganze Familie – alle waren zur Stelle mit Zeit, Rat &Tat, Equipment und ganz viel HERZ.

2016 – also nur ein Jahr später – konnten bereits 35 Familien ihren Urlaub gemeinsam verbringen. Vor allem die Geschwisterkinder strahlten über beide Ohren: „Wenn ich wieder in die Schule komme, dann kann ich auch von unseren Ferien erzählen – unvorstellbar, dass dies nicht für jedes Kind möglich ist! Mein Herz und meine Unterstützung hat die „Arche herzensbrücken“, nach allem was ich kennengelernt habe, auf alle Fälle gewonnen.

 

Weiterführender Link:
Projekt ARCHE herzensbrücken

 

Fotos: Bettina Friedrichs/Fotolia

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