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Die olympische Geschichte der Olympiaregion Seefeld

12. Oktober 2017

Tirol ist das Sportland der Alpen. Bereits 1964 und 1976 hat Innsbruck bewiesen, dass Olympische Spiele hier ausgerichtet werden können. 50 Jahre später besteht erneut die Chance: Innsbruck/Tirol könnte sich für die Olympischen Spiele 2026 bewerben. Ob die Kandidatur überhaupt stattfinden wird, entscheidet eine Volksabstimmung am 15. Oktober 2017.

„Ja nennt ihr euch denn jetzt schon bevor ihr Olympia überhaupt bekommt Olympiaregion?“, ist unser Geschäftsführer Elias Walser erst kürzlich gefragt worden. Doch die Olympiaregion Seefeld hat eine lange olympische Geschichte.

Für die Winterspiele 1964 und 1976 etablierte sich Seefeld schon damals als nordisches Zentrum wo Disziplinen wie Langlaufen und Skispringen für Olympia ausgetragen wurden. Zum 3. Mal kam das olympische Feuer, 2012, im Rahmen der Youth Olympic Games (YOG), den olympischen Jugendwinterspielen, nach Seefeld und in die Region.

Das „Olympia“ in unserem Namen ist also nicht bei den Haaren herbeigezogen.

Ein Begleiter der ersten Stunde

Einer, der die beiden Olympiaden hautnah miterlebt hat, ist Walter Frenes, der langjährige Direktor des Tourismusverbands Seefeld. Er war für die Durchführung der Olympiaden 1964 und 1976 und auch der Nordischen Ski-WM 1985 verantwortlich.

„Die Olympischen Winterspiele und die WM haben eine enorme Aufwertung der Infrastruktur gebracht. Das war auch immer mein primärer Beweggrund, die Bewerbungen zu unterstützen. Der Werbewert ist ein schöner Nebeneffekt. Viele Investitionen wären für Seefeld ohne derartige Großereignisse nie möglich gewesen.“, erinnert sich Frenes an das erste Großereignis. Gerne denkt er an die Zeiten zurück. 50.000 Zuschauer säumten bei den Skisprungbewerben 1964 den Weg von der heutigen Casino Arena bis zur Sportalm.
„Vor allem auch die Langlauf-Bewerbe waren der Anstoß, dass wir nach skandinavischem Vorbild Langlauf, sozusagen auch als Ski Wandern propagiert und für die Masse populär machten“ – holt Frenes aus und läutet somit die Geburtsstunde des „Langlaufens für Jedermann“ in der Olympiaregion Seefeld ein.

Doch nicht nur sportlich gesehen hat die Olympiade 1964 einen Aufschwung für Seefeld gebracht. Auch infrastrukturell gab es für den kleinen Winterort Neuerungen: Der Bahnhof wurde gebaut, sowie die große Nord-Süd Ortsumfahrung am östlichen Ortsrand von Seefeld.

10 Gründe für ein „Ja“ – erneut olympische Geschichte schreiben?

So viele Personen es gibt, so viele Meinungen gibt es auch. Vor allem wenn es um Großereignisse wie eine Olympiade geht. Dabei sollen neue Olympische Spiele den Sport und die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen. Dieses Angebot verbindet die Menschen im ganzen Land und es besteht die Möglichkeit der Welt zu zeigen, wie man die Spiele, 50 Jahre nach der letzten Olympiade in Tirol, regional angepasst austragen kann. Den Sport mit kompakten und nachhaltigen Spielen zu einem regional angepassten und wirtschaftlich attraktiven Event in Großformat zu machen, ist das Hauptziel von olympischen Spielen 2026 in Innsbruck in Tirol.

Ist die WM 2019 ideal für 2026?

Aufgrund der Olympiade 1976 erhielt Seefeld damals den WM Zuschlag 1985: „Die Fußgängerzone wurde als Aufenthalts- und Flaniermeile eingeführt, Seefeld war damals nach Zermatt das zweite autofreie Dorfzentrum.“, erklärt uns Frenes im Gespräch. Im Rahmen der WM wurde das Loipenangebot ausgebaut und die WM Halle als Pressezentrum und später die Tennishalle errichtet. Die Ortsumfahrung Süd mit dem Gschwandtkopf Tunnel wurde errichtet und zählt bis heute zu den ältesten in ganz Tirol. Mitten im Dorfzentrum entstand das Rathaus und ein weiteres Highlight war das Schwimmbad in Seefeld, welches mit der ersten Sauna am Seefelder Plateau einen Publikumsmagneten darstellte.

Eine ähnliche Situation erleben wir gerade:
Seit August 2016 wird unermüdlich in der Region gearbeitet, um für die FIS Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 bestens vorbereitet zu sein. Es wird unter anderem der Bahnhof erneuert, die WM Halle umgebaut und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Umweltschonende Verbesserungen der Verkehrsabwicklung und nachhaltige Attraktivierungen des öffentlichen Personenverkehrs stehen ebenso bis zum Jahr 2019 am Bauplan.

Von perfekt ausgebauten und neu aufgestellten Sportanlagen könnte die Olympiaregion Seefeld im Rahmen von Olympia 2026 natürlich nochmal profitieren.

Neben Profisportlern wie Benni Raich und Niki Hosp oder Promigastwirtin Rosi Schipflinger, Schlagerstar Marc Pircher oder DJ Ötzi sind viele im Land für die Winterspiele. Auch Walter Frenes ist ganz klar für Olympia: „Alle wesentlichen Einrichtungen für die Veranstaltung sind vorhanden. Keine teuren Infrastruktureinrichtungen müssen gebaut werden. Wir können uns voll darauf konzentrieren die Olympiaregion Seefeld als Mekka des Langlaufs in den Alpen weltweit bekannt zu machen.“

Holen wir Olympia heim.

 

Quelle: Walter Frenes im Interview mit der Plaetauzeitung und Chefredakteur Bernhard Rangger https://issuu.com/rabefilm/docs/pz-08-17-gesamt

Fotos: Olympiaregion Seefeld

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