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Sommer

Naturjuwel: Das Gaistal und der Seebensee

19. Oktober 2017

Ein grünblau schimmernder Bergsee – der Seebensee. So klar, dass man jeden einzelnen Stein am Boden, jeden noch so kleinen Fisch darin erkennen kann. Die Bergkette, von welcher dieses traumhafte Gewässer umgeben ist, spiegelt sich malerisch in ihm wieder. Schmale Holzstege führen am Ufer des Sees über kleine Ausläufer. Ein schwacher Hauch des Windes bringt Bewegung in die Oberfläche und kleine Wellen bilden sich, schwappen sanft über den Rand des Sees. Man sitzt am Ufer und genießt: den Anblick, die Natur, Zeit für sich. Ein leichtes Plätschern neben dem Gezwitscher von Vögeln und Quaken von Enten zu hören. Sonst nichts.

Mitten in der Natur auf 1.657 Metern Höhe gibt es nämlich sonst nicht viel, was man hören könnte. Das wildromantische Gaistal ist geprägt von nahezu unberührter Natur. Verständlich, dass dort Plätze wie der Seebensee entstehen – und vor allem bleiben können. Unberührt, pur und echt.

Das Gaistal verbindet drei Tiroler Bezirke – Reutte, Imst und Innsbruck-Land – und ist für den Autoverkehr gesperrt. Von Leutasch aus, einem der fünf Orte der Olympiaregion Seefeld, führt ein breiter Weg mit einer angenehmen Steigung durch das wildromantische Tal bis zum glasklaren Seebensee. Am Eingang thront majestätisch die Hohe Munde, flankiert wird das Tal vom eindrucksvollen Wettersteingebirge im Norden und der Mieminger Kette im Süden. Der Weg führt entlang der Leutascher Ache, welche im 19. Jahrhundert zum Holztransport (driften) benutzt wurde, durch kühle Wälder und vorbei an saftigen grünen Wiesen und kleinen Gewässern. Erholungssuchende, Familien wie auch Sportler kommen im Gaistal auf ihre Kosten und das Tal ist bei Wandern ebenso beliebt wie bei (E-)Bikern. Viele gemütliche Almen säumen den Weg und laden Ausflügler zu einer wohlverdienten Rast ein. Nicht umsonst wird das Gaistal auch Almenparadies genannt.

Zu Ganghofers Zeiten

Doch nicht nur heutzutage ist das Gaistal äußerst beliebt und lädt zum Verweilen und Staunen ein. Auch schon früher war es ein geselliger Treffpunkt. Einer der berühmtesten „Gaistal-Liebhaber“ ist wohl der Schriftsteller und Jagdherr Ludwig Ganghofer, der mit seinen Heimatromanen bekannt wurde. Seine Muse holte er sich unter anderem aus dem Gaistal, in dem er fast 20 Jahre seines Lebens verbrachte und auch viele seine Romane verfasste, wie eines seiner bekanntesten Werke, „Das Schweigen im Walde“. Um 1900 war das Jagdhaus ein beliebter Treffpunkt für Künstler.  Seine Frau Kathinka, Schauspielerin und Sängerin, war eine herzliche Gastgeberin, die gerne die Prominenz einlud und dies in ihrem Gästebuch verewigte: Rainer Maria Rilke, Johannes Brahms, Hugo von Hoffmansthal und Kaiser Wilhelm II, sind nur ein paar der illustren Gäste.

Ein wenig zeitgenössische Geschichte kann man noch heute erleben. Unweit des Gaistals gibt es in Leutasch das Ganghofermuseum, welches unter anderem an das Leben des Autors erinnert. Der Beliebtheitsfaktor des Gaistales hat also im Laufe des Jahrhunderts kein bisschen abgenommen.

Schönster Platz Tirols 2017 in der
Sendung „9 Plätze, 9 Schätze“

Dass das Almenparadies Gaistal wirklich ein kleines Paradies ist, wissen wir natürlich schon längst. Nun hat es aber auch die Bundesland-Wahl zum schönsten Platz Tirols 2017 in der ORF Sendung 9 Plätze, 9 Schätze gewonnen. Ein Ort, der bisher als Geheimtipp galt –  ein wildromantisches Tal, ein glasklarer Bergsee in sattem Blaugrün und die Unberührtheit der Natur –  verzaubert bald ganz Österreich in der finalen Fernsehshow.

Vom Frühjahr bis zum Herbst: Einen Ausflug wert

 


Fotos: Heinz Holzknecht, Olympiaregion Seefeld, Stephanie Kratzer, Eva Tonnot, Andrea Kressnik

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