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Von Pinzen und Striezeln: Ein Oster-Rezept

1. April 2020

Es gibt ein paar Dinge, die zu Ostern einfach nicht fehlen dürfen: Dazu zählen bunte Eier, der Osterhase – und Pinzen und Striezel! Diese köstlichen Leckereien versüßen uns in Tirol die Osterjause. Die hübsch geflochtenen Gebäcke sind gar nicht so schwierig zu backen und wir haben ein altes Tiroler Traditionsrezept für euch, mit dem die perfekten Pinzen und Striezel sicher gelingen.

Ein süßes Stück Brauchtum: Pinzen und Striezel

„Pinzen“ und „Striezel“ sind Gebäcke aus Germteig (Germ = Hefe). In Tirol und auch anderen Teilen Österreichs isst man sie traditionell zu Ostern und zu Allerheiligen. Die Pinzen sind kleinere rundliche Gebäcke, während Striezel längere, geflochtene Zöpfe sind. Die Zubereitung des Teigs ist damit ganz die gleiche, der Unterschied liegt später in der Verarbeitung. Genießen kann man die Pinzen und Striezel beim Brunch oder zur Jause, pur oder mit verschiedenen Aufstrichen wie zum Beispiel Marmelade. Passend zu Ostern haben wir ein einfaches und bewährtes Tiroler Traditionsrezept – direkt von der Oma und mit einigen bisher geheimen Extrazutaten, die das Gebäck wirklich perfekt machen!

Osterrezept: Pinzen und Striezel einfach gemacht

Zutaten:

  • 230 ml Milch
  • 30 ml Buttermilch
  • 1 Schuss Kirsch Rum
  • 1 Schuss Mineral Wasser
  • Geriebene Zitronenschale
  • Vanilleschote: Mark
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Pck. Germ (Trockenhefe)
  • 60 g Zucker (z.B. Birkenzucker)
  • 1 Prise Meersalz
  • 1 Ei
  • 510 g Mehl (griffig)
  • 80 g Margarine
  • 20 g Butter
  • Zum Bestreichen: 1 verquirltes Ei
  • Zum Bestäuben und Verarbeiten: Mehl

Zubereitung:

Zunächst die Milch mit Butter und Margarine erwärmen. Danach das Mehl mit dem Trockengerm (Trockenhefe), Salz, Zucker, Vanillezucker und Vanillemark, Rum, Zitronenschale und dem Ei in einer Schüssel herrichten. Warme Milchmischung dazu geben und auf niedriger Stufe mit dem Mixer kurz durchkneten. Anschließend die Buttermilch dazu geben, den Teig wieder kurz kneten und zum Schluss einen Schuss Mineralwasser hinzufügen. Schließlich alles noch einmal auf hoher Stufe durchkneten.

Sobald der Teig fester ist das Mehl drüber stäuben und mit den Händen zu einer Kugel formen. Sobald die Kugel nicht mehr klebt in eine Schüssel geben, nochmals mit etwas Mehl bestäuben und ca. 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Platz gehen lassen.

Wenn der Teig schön aufgegangen ist:

Striezel (geflochtener Zopf): Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und den Teig verarbeiten. Zuerst gleichmäßige Kugeln formen. Anschließend die Kugeln zu drei gleichlangen Strängen ausrollen und aus ihnen einen Zopf flechten. Kleiner Tipp: Wer mag, kann auch mehrere dünnere Stränge formen und mehrere kleine Zöpfe machen. Die Enden gut miteinander verbinden, am besten geht das mit ein wenig Wasser. Den Zopf auf ein mit Backpapier ausgelegtem Bleck auslegen und noch einmal kurz gehen lassen. Währenddessen das Backrohr vorheizen und ein Ei verquirlen. Anschließend den Zopf mit dem Ei bepinseln (das gibt später die goldene Farbe), etwas groben Zucker drüber streuen (optional) und in den vorgeheizten Ofen schieben. Bei 180 Grad Ober- und Unterhitze backen (circa 20 Minuten). Sobald der Zopf schön braun wird, auf 160 Grad zurückschalten und nochmals 5 Minuten ausbacken.

Pinzen (rundliche Gebäcke): Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und den Teig verarbeiten. Gleichmäßige Kugeln formen und auf das Blech legen. Teig noch einmal kurz gehen lassen. Währenddessen das Backrohr vorheizen und ein Ei verquirlen. Anschließend die Kugeln mit dem Ei bepinseln (das gibt später die goldene Farbe), etwas groben Zucker drüber streuen (optional) und in den vorgeheizten Ofen schieben. Bei 180 Grad Ober- und Unterhitze circa 20 Minuten backen. Dann die Kugeln mit einem Kreuzschlitz einschneiden und weiter backen. Sobald sie schön braun werden, auf 160 Grad zurückschalten und nochmals 5 Minuten ausbacken. Kleiner Tipp: In die noch nicht ganz fertig gebackenen Pinzen kann man ein Ei (nicht zu hart gekocht) legen und die letzten 2 bis 3 Minuten mitbacken. So entstehen hübsche Eier-Körbchen!

Auskühlen lassen und einfach genießen: Pur, mit Butter oder mit Marmelade!

Werde kreativ: Echt süße Osterhasen

Der Teig der Prinzen und Striegeln eignet sich hervorragend, um damit richtig kreativ zu werden. Auch mit Kindern macht das Backen so richtig Freude! Wir haben zwei Ideen für richtig süße Osterhasen, die sich ganz hervorragend im Osterkörbchen für deine Liebsten machen!

Osterhase: die einfache Variante

Was kompliziert aussieht, ist es eigentlich gar nicht. Für diese niedlichen Häschen zunächst einen langen Zopf rollen, einmal übereinander schlagen, ein zweites Mal vorsichtig eindrehen (siehe Bildergalerie) und fertig ist der Körper. Aus ein wenig Teig noch eine Kugel als Schwanz formen, andrücken – und fertig! Anschließend auch die Hasen kurz ruhen lassen, wie gewohnt mit Ei bestreichen und in den Ofen geben. Bei Ober- und Unterhitze bei 180 Grad ausbacken, bis sie goldbraun sind (je nach große 20 bis 30 Minuten).

Osterhase: die etwas schwierigere Variante

Auch dieser Osterhase ist gar nicht so schwierig, wie er vielleicht aussieht. Nur ein wenig Geschick braucht es, schon sind die Häschen aus Hefe gezaubert. Zunächst auch hier einen längeren Zopf aus dem Teig ausrollen. Anschließend 3 weitere Kugeln formen. Für die Ohren eine der Kugeln mit dem Messer einschneiden und ausformen.

Zopf vorsichtig zu einer Schnecke rollen, Kopf, Ohren und Schwanz ansetzen – fertig ist die Figur. Anschließend auch die Hasen kurz ruhen lassen, wie gewohnt mit Ei bestreichen und in den Ofen geben. Bei Ober- und Unterhitze bei 180 Grad ausbacken, bis sie goldbraun sind (je nach große 20 bis 30 Minuten).

Wir wünschen euch viel Spaß beim Backen, Ausprobieren und natürlich beim Naschen der süßen Tiroler Köstlichkeiten!


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Rezept: Bettina Friedrichs

Fotos: Tessa Mellinger, Laura Zobernig

 

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